DAS UNBEHAGEN DER JUGEND
Das Jugendalter ist dann, wenn die Eltern eine Krise bekommen...
"...launig, gereizt, verschlossen, scheu, frech, abgeschottet, bedrohlich, mit den Gedanken ganz wo anders, egoistisch, etc.".
Auf dem Gebiet der Kindheit und Jugend ist es immer notwendig sich zu fragen, ob die kritischen Aspekte des beobachtenden Verhaltens mit der alternsbedingten Entwicklung zusammenhängen oder ob es sich um eine regelrechte psychische Störung handelt, wie die in den gängigen diagnostischen Lehrbücher suggeriert.
Um eine möglichst präzise Einschätzung der individuellen Situation treffen zu können, ist eine feste Kooperationsbasis zum Jugendlichen, ein fließender Gesprächsaustausch sowie ein Raum, geprägt von Sicherheit, Widmung und Vertrauen unabdingbar.
Das was der Jugendliche in den therapeutischen Sitzungen einbringt, hat immer seine Validität, weil sich die Adoleszenz gerade wegen des Effektes der vermittelten Reinheit unterscheidet.
Der Jugendliche verteidigt in der Regel seine Lebensphilosophie sowie sein Verhalten als einzige mögliche Wahrheit und lehnt dabei oftmals den gemeinschaftlichen Dialog mit den Erwachsenen ab (in meisten Fällen eben genau mit den Eltern).
Das Unbehagen der Jugend ist heute, in spezifischen Lebenssituationen, vergleichbar mit einer sprechenden Leer. In dem jugendlichen Unbehagen finden wir das Fehlen von Hoffnung, Mut und Begehren. Gerade in dieser Konstellation riskiert der Jugendliche den kreativen Akt der Konstruktion eines falschen Selbst.
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